Angesichts der Gefahr eines völligen Zusammenbruchs der Waffenruhe in Syrien hat der Uno-Sonderbeauftragte Staffan de Mistura die USA und Russland zu einer neuen gemeinsamen Friedensinitiative "auf höchster Ebene" aufgerufen. Der im Februar maßgeblich von Washington und Moskau durchgesetzte Waffenstillstand sei "in großer Gefahr" und könne "jederzeit kollabieren", sagte de Mistura bei einer Pressekonferenz in Genf.
Erst wenn die seit Tagen anhaltenden Angriffe in Aleppo und anderen Orten aufhören, könne ein Termin für die Fortsetzung der Genfer Syrien-Gespräche angesetzt werden, sagte de Mistura. In den vergangenen 48 Stunden sei in Syrien im Durchschnitt alle 25 Minuten ein Mensch getötet und alle 13 Minuten einer verwundet worden.
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Vor der Pressekonferenz hatte de Mistura per Video-Schalte den Uno-Sicherheitsrat in New York über den Verlauf der indirekten Genfer Gespräche zwischen Vertretern der syrischen Regierung und verschiedener Oppositionsgruppen informiert. Am Mittwoch war die dritte Runde zu Ende gegangen.
Es seien zumindest einige gemeinsame Ansätze für einen politischen Übergangsprozess erkennbar gewesen, sagte er. So bestehe weitgehend Einigung darüber, dass für Syrien eine Übergangsregierung gebraucht werde, die eine neue Verfassung vorbereiten solle. Allerdings gebe es dabei noch "erhebliche Differenzen".